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ACAT denkt an die Gefangenen

 

Denkt an die Gefangenen,
als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt.
Denkt an die Misshandelten,
als müsstet ihr ebenso leiden wie sie.

Hebr. 13,3

Denken wir an eine erneut inhaftierte Autorin in VIETNAM
Pham Thi Doan Trang, Autorin, Bloggerin, Journalistin, demokratische Aktivistin und Herausgeberin des Online-Magazins Luét Khoa, wurde verhaftetAls Autorin schrieb sie viele Bücher, darunter eines, das die Rechte der LGBT-Gemeinschaften Vietnams verteidigte. Sie wurde 2019 mit dem „Press Freedom Prize for Impact“ ausgezeichnet.
Frau Pham Thi Doan Trang wurde am 6. Oktober 2020 gegen 23.30 Uhr von der Polizei in ihrem Haus in Ho-Chi-Minh-Stadt festgenommen und anschließend wegen “Herstellung, Speicherung, Verbreitung oder Propagierung von Informationen, Dokumenten und Gegenständen gegen die Sozialistische Republik Vietnam” gemäß Artikel 117 des vietnamesischen Strafgesetzbuches angeklagt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr bis zu 20 Jahre Haft. Später wurde sie in das Haftzentrum Nr. 1 im Bezirk Tu Liem in Hanoi überstellt, wo sie derzeit in Haft ist. Frau Trang hat seit ihrer Verhaftung keinen Zugang zu einem Anwalt. Die Verhaftung erfolgte wenige Stunden nach dem jährlichen Menschenrechtsdialog zwischen den USA und Vietnam in Hanoi. Das Treffen befasste sich mit mehreren Menschenrechtsfragen, darunter Rechtsstaatlichkeit, Meinungs- und Vereinigungsfreiheit, Religionsfreiheit und Arbeitnehmerrechte. Pham Doan Trang hat kürzlich die 3. Ausgabe des Dong-Tam-Berichts veröffentlicht, den sie zusammen mit einem anderen Menschenrechtsverteidiger verfasst hat. Der Bericht analysiert den blutigen Angriff, den die vietnamesischen Sicherheitskräfte im Januar 2020 in der Gemeinde Dong Tam verübt haben (wir berichteten im GB von Oktober).
Es ist nicht das erste Mal, dass Frau Pham Thi Doan Trang wegen der legitimen Ausübung ihres Rechts auf Meinungsfreiheit verhaftet wird. Seit 2009 wurde Frau Trang bei zahlreichen Gelegenheiten willkürlich verhaftet, gewalttätig behandelt und von den Behörden schikaniert.
Gebet: Gott, der Mut dieser Frau, die nicht aufgibt, sich für Menschenrechte einzusetzen, beeindruckt uns. Wir hoffen auf ein Verfahren nach rechtsstaatlichen Kriterien für sie und für die vielen anderen Menschenrechtsverteidiger*innen in den vietnamesischen Gefängnissen. Wir bitten dich darum, dass sie Mut und Zuversicht behalten.

 

Denken wir an einen zum Tod Verurteilten in den USA
Charles Flores, Amerikaner mexikanischer Herkunft, wurde 1999 vom texanischen Staat zum Tod verurteilt und sitzt seitdem in der Todeszelle. Charles Flores hat immer seine Unschuld behauptet. Das Todesurteil basiert auf der Aussage einer Augenzeugin, die ihn Monate zuvor bei einer Gegenüberstellung als Täter ausgeschlossen hatte. Nach einer suggestiv geführten Vernehmung war sie unter Hypnose zur Erkenntnis gelangt, dass Charles Flores doch der Täter sei. Es wurde kein Entlastungszeuge gehört. Der staatlich eingesetzte Pflichtverteidiger strengte keine weitere Untersuchung an, obwohl man nicht beweisen kann, dass Charles Flores am Tatort war und die DNA, die am Tatort gefunden wurde, ihm nicht zugeordnet werden konnte. Der Pflichtverteidiger habe keine finanziellen Mittel zu weiteren Untersuchungen gehabt. Das Oberste Berufungsgericht ließ einen für 2016 anberaumten Hinrichtungstermin aussetzen und ordnete eine erneute Anhörung an. Grete Sween, eine Anwältin, die sich auf die Verteidigung armer Menschen spezialisiert hat, versucht nun gegen viele Hindernisse, die es bei der Verteidigung von bereits zum Tod Verurteilten gibt, eine Wiederaufnahme des Prozesses zu erwirken.
Gebet: Guter Gott, wir bitten Dich, spende Charles Flores Kraft und Lebenswillen und steh der Anwältin bei, die nun gegen Ungerechtigkeiten im texanischen Gerichtswesen ankämpfen will. Hilf, dass es allen am Prozess Beteiligten um die Wahrheit geht und sie das Recht auf Leben als unumstößlich ansehen.

 

Denken wir an vier junge Gefangene in der Republik KONGO
Parfait Mabiala, Franck Saboukoulou, Guil Miangué und Meldry Dissivoulou, alle vier Anhänger der Bewegung „Hoffnung verkörpern“, wurden im November 2019 verhaftet wegen „Anschlags auf die innere Sicherheit des Staates“. Diese vage Begründung wird regelmäßig von dem Regime von Denis Sassou Nguesse, das seit 35 Jahren an der Macht ist, angewendet, um Dissidenten ins Gefängnis zu bringen. Die 4 jungen Aktivisten waren im Visier der Behörden, weil sie in den sozialen Medien zur Unterstützung des oppositionellen Aktivisten Andrea Ngombet aufgerufen hatten, der von Frankreich aus die Bewegung „Hoffnung verkörpern“ gegründet hatte und 2021 für die Präsidentenwahl kandidieren will. Da eine Präventivhaft nach kongolesischem Gesetz 4 Monate nicht überschreiten darf, hatte der Untersuchungsrichter von Brazzaville im März 2020 die vorläufige Freilassung der 4 Männer angeordnet. Diese Verfügung wurde ihnen wegen der durch Corona bedingten Ausgangssperre erst im Juni mitgeteilt. Aber der Staatsanwalt beim Landgericht von Brazzaville hat die Freilassung aufgehoben, ohne dass das Berufungsgericht von Brazzaville angerufen wurde. So sind die 4 Männer weiter seit 11 Monaten willkürlich in Haft dafür, dass sie friedlich ihre Meinung geäußert haben.
Gebet: Guter Gott, gib den 4 Männern Hoffnung, dass ihre ungerechte Inhaftierung bald ein Ende hat und ihre Sache in einem fairen Prozess verhandelt wird.

 

Denken wir an einen Inhaftierten in BANGLADESCH
Der Journalist und Fotograf Shafiqul Islam Kajolbefindet sich seit mehr als 130 Tagen in Dhaka in unbefristeter Untersuchungshaft. Zuvor war er 53 Tage “verschwunden”. Drei unbekannte Männer sollen am 10.03.2020 das Motorrad von Shafiqul Islam Kajol manipuliert haben, kurz bevor er damit von seiner Arbeit wegfuhr. Danach wurde er nicht mehr gesehen. Vermutlich wurde er allein wegen der Ausübung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung inhaftiert. Gegen ihn liegen wegen einiger Facebook-Posts mehrere Anklagen auf Grundlage des repressiven Gesetzes über digitale Sicherheit vor.
Im Zentralgefängnis von Dhaka, wo er inhaftiert ist, befinden sich zurzeit mehr als 10.000 Gefangene, obwohl es nur für 4.097 Menschen ausgelegt ist. Nach Angaben der Gefängnisbehörden können neue Häftlinge, die potenziell an Covid-19 erkrankt sein könnten, nicht unter Quarantäne gestellt werden. Durch die starke Überbelegung werden die Gefangenen besonders der Möglichkeit einer Ansteckung mit Corona-Viren ausgesetzt.
Gebet: Himmlischer Vater, wir bringen die Wärter und die für die Inhaftierung von politischen Gefangenen Verantwortlichen vor dich. Begegne ihnen, hilf ihnen, ihre Macht zum Wohl der Menschen einzusetzen. Wir bringen auch Shafiqul Islam Kajol und die Situation der vielen anderen Gefangenen in den überfüllten Gefängnissen vor dich: Steh ihnen bei und hilf ihnen zu Gerechtigkeit.

 

Denken wir an einen bedrohten Indigenensprecher in PERU
Miguel Guimaraes ist ein Führer der ethnischen indigenen Gruppe der Shipibo und Verteidiger der Menschenrechte im Umweltbereich. Er lebt in der Gemeinde Flor de Ucayali, Ucayali ist einer der Quellflüsse des Amazonas. Miguel Guimaraes ist derzeit Präsident der „Föderation der Ucayali und ihrer Nebenflüsse“ (FECONAU), die sich für die Anerkennung der Rechte der indigenen Völker einsetzt. .
Am 14. Oktober 2020 erhielt Guimaraes über eine WhatsApp-Nachricht eine Morddrohung von unbekannten Personen. Die Drohbotschaft enthielt die Grafik einer zerstückelten Person mit einer Botschaft, die lautete: “Wir holen dich, koste es, was es wolle, du Bastard”.
Die Drohbotschaft traf nur eine Woche nach Guimaraes’ Teilnahme an einer virtuellen öffentlichen Anhörung mit der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (IACHR) ein, bei der es um die Tötung von indigenen Verteidigern und Korruption ging. Auch andere an der Veranstaltung beteiligte indigene Führer erhielten in den Tagen vor und nach der IACHR-Anhörung schriftliche Drohungen.
Die Landnahme, die aggressive Ausweitung der Abholzung und der illegale Koka-Anbau für den Drogenhandel haben seit März, als Peru aufgrund von COVID-19 unter Quarantäne gestellt wurde, erheblich zugenommen. Dies wirkt sich auf die Gebiete der indigenen Völker aus und führt zu immer größeren Risiken für die Verteidiger von Land- und Umweltrechten. Obwohl dem Staat diese Umstände bekannt sind, hat er bisher nicht für Schutz der Gemeinden und ihrer Anführer gesorgt.
Gebet: Jesus, wir bitten dich für die Indigenen Perus, dass sie Gerechtigkeit erleben dürfen und dass sie Zugang zu rechtsstaatlichen Mitteln erhalten. Schütze das Leben und die Gesundheit von Miguel Guimaraes. Hilf auch uns, im Einsatz für die Menschenrechte nicht zu ermüden und nicht aufzugeben.

 

Denken wir an erschossene Demonstranten in NIGERIA
Seit dem 8. Oktober sind Nigerianer in 21 Bundesstaaten auf den Straßen der größeren Städte und fordern ein Ende der Polizeigewalt, der außergerichtlichen Hinrichtungen sowie der Erpressungen durch die Polizeieinheit SARS, einer Spezialtruppe, die Gewaltverbrechen bekämpfen soll. Die Demonstrationen, ausgelöst durch ein virales Video, auf dem zu sehen ist, wie ein SARS-Angehöriger am 3. Oktober einen jungen Mann erschießt, haben sich zu landesweiten Protesten mit der Forderung nach einer Reform der Polizei entwickelt. Den Protestierenden wird dabei ständig mit exzessiver Gewalt begegnet: Die Sicherheitskräfte schießen mit scharfer Munition, Wasserwerfer werden eingesetzt und Tränengaskanister in Menschenmengen geworfen, die Demonstrierenden werden geschlagen und festgenommen. Die Folge dieser Maßnahmen sind Tote und Verletzte. Allein am 20. Oktober sollen Angehörige des nigerianischen Militärs und der Polizei zwischen 18.45 und 21 Uhr mindestens zwölf Protestierende getötet und mehrere verletzt haben, als sie in der Hauptstadt Lagos ohne Vorwarnung das Feuer auf Tausende Menschen eröffneten, die im Rahmen der #EndSARS-Bewegung friedlich eine gute Regierungsführung und ein Ende der Polizeigewalt forderten.
Gebet: Guter Gott, wir sind entsetzt über die Eskalation der Gewalt im Rahmen der Proteste in Nigeria. Wir bitten dich für die Polizisten, die Soldaten und die Politiker um Besinnung, Umkehr und eine friedliche Ausübung ihrer Macht und ihrer Aufgaben für ihr Land und die Bevölkerung. Wir bitten dich auch für die Getöteten und ihre Freunde und ihre Familien, lass sie deine Liebe spüren und hilf ihnen, auf Gewalt und Hass als Reaktion zu verzichten.

 

Denken wir an die in Massenhinrichtungen getöteten Gefangenen in ÄGYPTEN
Allein innerhalb von 10 Tagen – zwischen dem 12. und 22.10. – wurden in Ägypten 49 Gefangene hingerichtet. Die Gründe für die Hinrichtungen der z.T. schon jahrelang Gefangenen waren vielfältig. Mehrheitlich fanden die Exekutionen im Kairoer Skorpiongefängnis statt. Dort befinden sich viele politische Gefangene, das Gefängnis ist für Misshandlungen bekannt, unter Folter erzwungene „Geständnisse“ sind häufig. Es gibt in der Regel keine fairen Gerichtsverfahren für politische Gefangene, sie haben z.B. selten die Möglichkeit, einen Anwalt zu erhalten. Hinrichtungen werden nicht angekündigt und auch die Familien nicht darüber informiert.
Gebet: Gott, wir schreien zu dir über das Unrecht: Das Leben der Menschen wird in ägyptischen Gefängnissen missachtet! Wir klagen darüber und wir bitten dich um Trost für die Angehörigen und Freund*innen der Getöteten.

 

“Christen sind von Kindheit an mit dem Bericht der Passion Christi vertraut. Der Gedanke an Jesus, der entkleidet, geschlagen und verspottet wurde bis in seine letzte Todesqual am Kreuz, sollte einen Christen immer unverzüglich protestieren lassen gegen ähnliche Behandlung an seinem Menschenbruder.
Aus eigenem Antrieb weisen Jünger Christi die Folter zurück, die durch nichts gerechtfertigt werden kann, die das Opfer demütigt und leiden lässt und den Peiniger erniedrigt.”